All for Joomla All for Webmasters
Aktfotografie: Eine Sache des Vertrauens
Interview von Nikola Nanev (Rhodos) mit Dessislaw Pajakoff (Wien).
 
 
Dessislaw, du bist der erste Aktfotograf den ich treffe. Ich will ehrlich sein: was empfindest du, wenn du einen nackten Körper fotografierst?
-Das ist eine sehr gute Frage. Das Wichtigste ist es nicht das zu empfinden was sich 90-98% der Leute bei so einem Anlass vorstellen. Wenn du glaubst deine sexuellen Neigungen ausleben zu müssen, werden die Bilder nichts.
 
Viele Leute stellen sich vor, dass zuerst fotografiert wird und es dann ab ins Schlafzimmer geht. So kommen keine guten Bilder zustande. Das Vertrauen zwischen einem Fotografen und dem Aktmodell ist mit dem zwischen einem Arzt und einer Patientin vergleichbar. 
 
Was stellst du dir vor, wenn du ein Aktmodell fotografierst? Denkst du an deine Frau oder an etwas anderes….Was suchst du im Akt?
-Ich suche im Akt das neue. Der erotischste Teil des weiblichen Körpers ist das Gesicht. Nicht die Brust, nicht das Hinterteil. Wenn ich fotografiere fange ich mit dem Rücken an.
 
Jemandem seinen nackten Rücken zu zeigen ist ein Zeichen des Vertrauens.
Ein Beispiel: Ich habe mit einem sehr guten professionellen Model gearbeitet, doch sie hatte Probleme, wegen schlechter Erfahrungen mit anderen Fotografen.
 
Gut dass ich für eine gute Atmosphäre gesorgt hatte, indem eine Assistentin und eine Make Up Artistin da waren, mit denen sie entspannt geplaudert hat. Aber zwischen Ihr und mir war es angespannt ohne diese gewisse gegenseitige Sympathie die zu gemeinsamen Ideen führt. 
 
Die Bilder waren gut, weil sie ein Profi ist und ich fotografieren kann, aber es fehlte dieses instinktive Verständnis, das zu guten Bildern führt. 
 
Mit welchem Ziel machst du Aktfotos?
-Ich habe Sechzehnjähriger mit Amateurmodellen begonnen. Diese Bilder konnte ich nicht ausstellen. Mir geht es um die Beteiligung an Ausstellungen und darum andere Modelle für eine Zusammenarbeit zu gewinnen.
 
Ich arbeite zum Beispiel mit dem deutschen Tattoo-Model Suma und der Tschechin Veronika Valentova zusammen. 
 
Ich habe einmal ein Model fotografiert, das mir gesagt hat 200-mal darfst du abdrücken und dann ist Schluss. Sie sagte mir, dass sei so weil sie vom langen Posieren müde würde.
-So ein Model habe ich Gott sei Dank nicht gehabt. Ich bin es gewohnt mit Modellen zu arbeiten, die eine sehr entspannte Atmosphäre herstellen.
 
Einmal ist es mir passiert, dass ich mit einer Schauspielerin gearbeitet habe, die geglaubt hat eine Fotosession ist ein Show-Programm für sie persönlich. Das war nicht so und ihr wurde langweilig. 
 
Kümmerst du dich um die Stimmung deiner Modelle?
-Ein Beispiel dazu. Wenn du ein Porträt eines Modells machst, nachdem du Aktaufnahmen gemacht hast, sind diese Bilder viel authentischer als die Porträts die du vor den Aktaufnahmen gemacht hast. 
 
Natürlich kann ich nicht allen Leute die ich porträtiere sagen, dass sie sich ausziehen, aber in vielen Fällen ermutige ich sie sich umzuziehen.
Wie viele Ausstellungen hattest du bis jetzt? 
 
-5. Eine von Ihnen, die ich in Wien hatte war Rhodos gewidmet. Sie hieß „Rhodos – Stein und Leben“ 
 
Du bist ein bulgarischer Emigrant der 2. Generation und in Wien geboren. Als was fühlst du dich? Als Bulgare oder Österreicher?
-Als Wiener. Ich wurde in Wien geboren, Deutsch und Bulgarisch sind meine Muttersprachen. Meine Eltern sind aus Bulgarien und ich wurde wie ein Bulgare erzogen.
 
Mein Vater kam zur Jahreswende 1942/43 in Wien an um zu studieren. Meine Mutter hat er dann 1966 in Ungarn kennengelernt. Ich denke mir bei mir gibt es bulgarische Hardware mit österreichischer Software.
 
Meine Ansicht über beide Bevölkerungen ist, dass die Bulgaren die Österreicher des Balkans und die Österreicher die Bulgaren der Alpen sind.
 
 
.

Прочетено 76 пъти Последна промяна от Понеделник, 14 Септември 2020 21:07
Регистрирай се за да оставиш коментар
Top
We use cookies to improve our website. By continuing to use this website, you are giving consent to cookies being used. More details…